Drei Frauen stürmen die Männer-Bastion
2010 herrscht im Bundeshaus Frauenpower total. Erstmals in der Geschichte werden die drei höchsten politischen Ämter der Eidgenossenschaft mit Frauen besetzt sein. Die erst 32-jährige Aargauer SP-Nationalrätin Pascale Bruderer ist für ein Jahr die höchste Schweizerin, die gestandene St. Galler Ständerätin Erika Forster krönt mit dem Präsidium der kleinen Kammer ihre lange politische Karriere und das CVP Aushängeschild Doris Leuthard übernimmt turnusgemäss von Hans-Rudolf Merz das Bundespräsidium.
Doch wie gut sind Erika Forster und Pascale Bruderer in der Wirtschaft vernetzt? Und welche Lobby vertreten sie? Im moneyhouse Special von dieser Woche lernen Sie die neue National- und Ständeratspräsidentin, die aus zwei unterschiedlichen Generationen stammen, von einer etwas anderen Seite kennen. Wir veröffentlichen das Wirtschaftsnetzwerk mit allen Verbindungen und Seilschaften der beiden Politikerinnen.
Erika Forster:
Gestandene Politikerin und Unternehmergattin mit guter Vernetzung
Die 65-jährige Vollblut-Politikerin krönt mit dem Ständeratspräsidium ihre lange politische Karriere. Angefangen hat alles 1976. Fünf Jahre nach der Einführung des Frauenstimmrechts zog Erika Forster für dei FDP ins St. Galler Stadtparlament ein. Als erste Frau in der Geschichte präsidierte sie das Stadtparlament bevor sie 1988 in den Kantonsrat und 1995 in den Ständerat einzog. Erika Forster ist nicht eine Frau der lauten Töne. Ganz im Gegenteil. Sie politisiert ruhig und themenbezogen. Als FDP Frau ist Erika Forster jedoch gut in der Wirtschaft vernetzt. Ihr Mann Ueli Forster gehört der St. Galler Stickerei-Dynastie Forster an und präsidierte unter anderem während sechs Jahren den Wirtschaftsdachverband Economiesuisse. Nebst zahlreichen Engagements in wohltätigen Stiftungen und Organisationen hat sie einige Verwaltungsratsmandate bei regional ansässigen KMUs.
Pascale Bruderer:
Jung, schön, aber wirtschaftliche kaum vernetzt
Der Lebenslauf der 32-jährigen SP-Frau ist mit zahlreichen Superlativen gespickt: 1997 stieg sie als jüngste Einwohnerrätin in Baden in die Politik ein, 2001 schaffte sie den Sprung in den Aargauer Grossrat und nur ein Jahr später - gerade mal 24ig geworden - rutschte sie als bisher jüngstes Parlamentsmitglied in den Nationalrat nach. Mit der Wahl zur Nationalratspräsidentin kommt wieder eine Superlative dazu; Pascal Bruderer ist die bisher jüngste Nationalratspräsidentin. Doch aller Superlativen zum Trotz: Die hübsche Aargauerin ist wirtschaftlich kaum vernetzt. Neben ihrem Geschäftsführungsmandat bei der Krebsliga und einigen Stiftungsratsmandaten, die sie inzwischen jedoch grösstenteils wieder abgegeben hat, ist sie Inhaberin und Geschäftsführerin der Beratungsfirma "machs! GmbH", die sie zusammen mit ihrer Schwester führt.
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