Als Urs Rohner den CEO Stab an seinen deutschen Nachfolger Oswald Grübel übergab, applaudierte die Börse. Und seit Jürgen Dormann seinen Chefsessel bei Adecco für Patrick De Maeseneire räumen musste, legte die Adecco Aktie wieder kräftig zu.
Mit guten Grund. Denn Aktien von Konzernen mit ausländischen Chefs entwickeln sich nach moneyhouse Berechnungen im langfristigen Vergleich deutlich besser als Papiere von schweizerisch geführten Firmen.
Bei jedem Wechsel loben Experten zunächst den "frischen Wind" von aussen. In den letzten zehn Jahren hat sich der Anteil ausländischer CEOs und Verwaltungsratsmitglieder in den börsenkotierten Firmen verdoppelt. Aktuell stehen bei 16 SMI Firmen Ausländer an der Spitze, nur bei der Swatch Group, Julius Bär, Novartis und Swiss Life haben noch Schweizer das Zepter in der Hand. Mit Ausnahme von einigen wenigen Titeln wie beispielsweise die Zurich Financial, wo der Amerikaner James Schiro an der Spitze steht, entwickelten sich die Titel seit dem Jahr 2000 mehrheitlich besser als der SMI.
Alles purer Zufall? Auffällig ist, wie stark ausländische Chefs die Betriebe umkrempeln. Auffällig ist auch, wie rasant bei ausländisch geführten Konzernen der Anteil nicht schweizerischer Aktionäre wächst. Wenn die Mehrheit der SMI Unternehmen von Ausländern geführt werden, dann holt die höchste Managementebene damit nur nach, was wirtschaftlich längst Realität ist: Die Unternehmen erwirtschaften einen Grossteil ihrer Umsätze im Ausland und beschäftigen mehr als 50% ihrer Mitarbeiter ausserhalb der Schweiz.
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